Dass eine deutsche Sängerin ins Mutterland der Bossa Nova geht, dort ein durch und durch brasilianisches Album aufnimmt und dafür von der Musikpresse nicht verrissen, sondern in höchsten Tönen gelobt wird, dürfte nicht allzu oft vorkommen. Nina Ernst ist dieses Kunststück vor ein paar Jahren gelungen mit ihrem Album "Nina Ernst canta Jobim". Jetzt legt die Berliner Sängerin und Schauspielerin nach mit einem mehrheitlich aus deutschsprachigen Chansons bestehenden Werk namens "Dunkles Licht". Was im ersten Moment paradox erscheint, erweist sich als ziemlich treffender Titel, denn die Atmosphäre darauf ist ebenso ambivalent wie die Liebe. Oder die berühmte "Saudade", jener typisch brasilianischen Gemütslage, einer unstillbaren, bittersüßen Sehnsucht nach dem Abwesenden. Wir schmachten gerne mit an der Hörbar und mischen natürlich wie immer jede Menge weiterer "Musik grenzenlos" darunter.

Autor: Martin Kersten

Quelle: © Hessischer Rundfunk

Bild © Nina Ernst