Seit 25 Jahren lebt nun der irakisch-kurdische Schriftsteller Bachtyar Ali in Deutschland. Als Exil nimmt er sein Leben hier nicht mehr wahr, auch wenn er damals vor Bürgerkrieg und Verfolgung floh. Denn immerhin hat er in Deutschland seine schriftstellerische Karriere begonnen.

Als Erzähler, der in kurdischer Sprache schreibt und dessen Romane ausschließlich im Orient spielen. Als diese ab 2017 ins Deutsche übersetzt wurden, stieß er umgehend auch hier auf große Resonanz. Nicht zuletzt wegen seines von märchenhaften, surrealen und phantastischen Elementen geprägten Schreibens, hinter dem sich gleichwohl ein politisches Programm verbirgt.

Bachtyar Ali ist ganz einem aufklärerisch-demokratisch-humanistischen Denken verpflichtet, ohne das er für die Bevölkerungen im Nahen Osten weder einen politischen noch sozialen Fortschritt sieht. Und er ist ein freier Geist jenseits eingefahrener Denkmuster. "Wer Frieden und Versöhnung will, darf auf Gerechtigkeit nicht hoffen" ist nicht das einzige Credo von ihm, das aufmerken lässt.

Gastgeber: Martin Maria Schwarz

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 11.05.2023, 12:05 Uhr.