Jan Philipp Reemtsma ist Literatur- und Sozialwissenschaftler, Stifter, Mäzen und Ermöglicher. Der Nachkomme des Zigarettenfabrikanten Reemtsma gründete 1984 das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS), das er viele Jahre leitete. Am 26. November wird Jan Philipp Reemtsma 70 Jahre alt. hr2 gratuliert mit der Wiederholung eines Doppelkopfgesprächs aus dem Jahr 2019.

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"Starke Affekte sind Argumenten nicht zugänglich." | Jan Philipp Reemtsma über Gewalt und ihre Ursachen

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Als Literaturwissenschaftler und Mäzen hat er sich vor allem für das Werk von Arno Schmidt und den Goethe Zeitgenossen Christoph Martin Wieland engagiert. Als Sozialwissenschaftler beschäftigt sich Jan Philipp Reemtsma seit Jahrzehnten mit staatlicher und militärischer Gewalt, völkerrechtswidrigen Handlungen bzw. Völkermorden und mit Folter im Rechtsstaat. Zusammen mit dem Hamburger Institut für Soziallforschung stellet Reemtsma in den 90er-Jahren zwei viel beachtete Ausstellungen auf die Beine, die die Verbrechen der Wehrmacht in der Sowjetunion und auf dem Balkan zum Gegenstand hatten. Reemtsma setzte sich auch mit dem eigenen NS-Familienerbe auseinander.

1996 war Jan Philipp Reemtsma selbst Opfer einer Entführung und wurde 33 Tage in einem Keller gefangen gehalten. Nach einer Lösegeld-Zahlung wurde er frei gelassen. Die Täter wurden zu Haftstrafen verurteilt. Das Geld ist bis heute verschwunden. Diese traumatische Erfahrung schildert Reemtsma in seinem Buch „Im Keller“.  Im hr2-Doppelkopf spricht Jan Philipp Reemtsma über seine persönliche Erfahrung mit Gewalt und seine Analysen zu struktureller Gewalt, Antisemitismus und Rechtspopulismus.

Gastgeberin: Karin Röder

Musikinhalt dieser Sendung:
Nancy Sinatra: Bang Bang (My baby shot me down)
Nancy Sinatra & Lee Hazlewood: Summer Wine
John Lennon: (Just like) Starting over

Wiederholung eines Gesprächs von 2019.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 25.11.2022, 12:05 Uhr.