Er liebte Paradoxien und hasste Kompromisse: Wilhelm Genazino war ein detailversessener Spaziergänger durch Kleinbürgertum und Großstadtkulisse. Der Schriftsteller und Träger des Georg-Büchner-Preis wäre am 22. Januar 80 Jahre alt geworden. hr2 wiederholt aus diesem Anlass ein Doppelkopf-Gespräch aus dem Jahr 2013.

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"Im Romanwesen spielen glückliche Ehen keine Rolle." | Gespräch mit Schriftsteller Wilhelm Genazino

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Von seiner frühen Angestellten-Trilogie "Abschaffel" bis zu den Stadtgänger-Reflexionen spiegelten alle seine Texte die Wahrnehmung der Gegenwart auf ungewöhnlich präzise Weise. So anmutig abgeklärt, so entschiedenen unentschieden, so ernsthaft heiter dem Unfassbaren auf der Spur wie er war kaum ein anderer deutscher Schriftsteller. Wilhelm Genazinos beiläufige Beobachtungen wie seine subtilen Reflexionen kamen auf leisen Sohlen ironisch gebrochen daher. Dabei ging der Autor auch aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten nicht aus dem Weg. Wilhelm Genazino starb im Dezember 2018.

Gastgeberin: Sylvia Schwab

Musikinhalt dieser Sendung:
The Rolling Stones: I can't get no satisfaction
Morton Feldman: Piece for Violin And Piano
Kraftwerk: Autobahn
Juhani Lagerspetz: Valse melancholique

Wiederholung eines Gesprächs von 2013.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 20.01.2023, 12:05 Uhr.