Für Simon Rattle ist "Die Schöpfung" von Joseph Haydn das ideale Auftakt-Stück, denn es steckt die ganze Welt darin. Mit diesem Konzert - dem Saison-Eröffnungskonzert - beginnt Rattle seine Ära als Chefdirigent des BR-Chores und -Symphonieorchesters.

Lucy Crowe, Sopran
Benjamin Bruns, Tenor
Christian Gerhaher, Bariton
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Simon Rattle

Haydn: Oratorium "Die Schöpfung"

(Aufnahme vom 22. September aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz)

"Es ist ein Blick zurück und weit in die Zukunft dessen, was Musik sein kann. Es ist Gleichgewicht und Revolution zugleich, ein Stück Aufklärung." So beschreibt Rattle selbst Haydns berühmtes Oratorium, das mit großartigen Chören, anmutigen Melodien und feinster Polyphonie die biblische Schöpfungsgeschichte erzählt.

Es entstand, da Haydn die opulenten Händel-Oratorien tief beeindruckt hatten, deren Aufführungen er bei einer Reise nach London im Jahr 1791 erlebte. 1798 wurde Haydns "Schöpfung" dann in Wien uraufgeführt - und schon den damaligen Hörern war klar, dass es sich hierbei um ein epochales Musikereignis handelt. Bis heute erfreut sich "Die Schöpung" großer Beliebtheit, was unter anderem auch daran liegt, dass es einfach Freude macht, sich das Oratorium anzuhören. Es strahlt ein durchweg optimistisches Menschenbild aus. Daher behauptet Simon Rattle auch augenzwinkernd: "Wer sich nach diesem Stück nicht automatisch besser fühlt, braucht dringend Hilfe".

Anschließend:
Mozart: Rondo G-Dur KV 485, bearbeitet für zwei Gitarren (Katona Twins)

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 12.11.2023, 20:04 Uhr.