Wer hat den Roman des Jahres geschrieben? Darüber darf auch in diesem Jahr wieder zwei Monate lang spekuliert werden. Im August hat die Jury aus einer Auswahl von über 200 Titeln die 20 Namen der Longlist benannt, im September folgte die Shortlist: Fatma Aydemir, Kristine Bilkau, Daniela Dröscher, Jan Faktor, Kim de l‘Horizon und der Hesse Eckhart Nickel.

Fatma Aydemir: Dschinns | Dreißig Jahre hat Hüseyin in Deutschland gearbeitet, nun erfüllt er sich endlich seinen Traum: eine Eigentumswohnung in Istanbul. Nur um am Tag des Einzugs an einem Herzinfarkt zu sterben. Zur Beerdigung reist die Kernfamilie aus Deutschland an, sechs grundverschiedene Menschen, die alle ihr eigenes Gepäck dabeihaben: Geheimnisse, Wünsche, Wunden. Voller Wucht und Schönheit fragt „Dschinns“ nach dem Gebilde Familie und thematisiert den Graben, den die Arbeitsmigration aus der Osttürkei in die Bundesrepublik zwischen den Generationen gezogen hat. Dabei richtet „Dschinns“ den Blick auf die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte – und gleichzeitig weit voraus.

Fatma Aydemir, geboren 1986, hat Germanistik und Anglistik studiert. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin für die taz. Für ihren Roman „Ellbogen“ erhielt sie unter anderem den Klaus-Michael Kühne-Preis, der das beste deutschsprachige Romandebut des Jahres auszeichnet. „Dschinns“ ist ihr zweiter Roman.

Carl Hanser Verlag, 368 Seiten, 24 Euro.

Weitere Informationen

Am 17. Oktober wird er dann entschieden - der Deutsche Buchpreis 2022.

Ende der weiteren Informationen

Veranstaltungs-Mitschnitt vom 9.10., Schauspiel Frankfurt Moderation: Sandra Kegel, Alf Mentzer, Christoph Schröder

Mehr zu den Lesungen in hr2-kultur finden Sie hier.

Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 12.10.2022, 9:05 - 9:30 Uhr.