Erste Romane

Die Reihe versammelt fünf Autorinnen- und Autoren-Lesungen von Erstlingswerken aus dem Frühjahr 2024: Sie erzählen vom Leben zwischen den Kulturen, von der Suche nach neuen Beziehungsmodellen, von der Liebe in Zeiten unleugbarer Umweltveränderungen und von einem queeren Coming of Age in den Kärntner Bergen. hr2-kultur präsentiert Romandebüts, deren Lektüre lohnt.

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Erste Romane - ab 11. März als Podcast in der ARD Audiothek

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Mirrianne Mahn

Mirrianne Mahn erzählt in "Issa" die Geschichten fünf schwarzer Frauen. Ihre Hauptfigur Issa hat die ersten Lebensjahre in Kamerun verbracht, bevor sie mit der Mutter nach Frankfurt zog. Jetzt ist Issa schwanger und fliegt zurück nach Buea, wo sie sich traditionellen Geburtsritualen unterziehen soll. Mit ihrem Romanerstling über das Leben zwischen den Kulturen macht die Aktivistin, Theatermacherin und Frankfurter Stadtverordnete die Biographien von PoCs im deutschsprachigen Raum sichtbar. 

Katrin Schumacher

Katrin Schumacher widmet sich der Liebe zwischen Kato und Mirren und der Natur, die sie umgibt. Die beiden ziehen aus der Stadt ins Grüne und richten sich mit viel Kreativität ihre eigene Bude her. Mirren ist die Künstlerin und Handwerkerin, Kato kocht Gemüse- und Obst-Stillleben aus der Kunst nach. Doch der See vor ihrer Tür verschwindet, und bald beginnen auch die Wände zu bröckeln. In ihrem Romandebüt "Liste der gebliebenen Dinge" entführt uns die promovierte Literaturwissenschaftlerin und ARD-Literaturredakteurin Katrin Schumacher in ein Paradies mit Rissen. 

Kaleb Erdmann

Kaleb Erdmann schickt in "wir sind pioniere" zwei Menschen auf die Suche nach der richtigen Form für ihr Leben und ihre Liebe: Bruckner und Vero führen eine offene Beziehung. Eigentlich wollten sie dieses Modell beenden, wenn der Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Doch so schnell wie das Baby kündigt sich auch der Zweifel an der Rückkehr zum traditionellen Familienmodell an. Kaleb Erdmann studierte am Literaturinstitut Leipzig, sein literarisches Debüt handelt von neuen Beziehungsmodellen im Zeitalter der Selbstverantwortlichkeit.  

Julia Jost

Julia Josts Heldin mag weder Dirndl noch Barbies. Tragischerweise lebt sie auf einem Hof hoch in den Bergen Kärntens an der Grenze zu Slowenien, eben dort  "Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht". Hier ist sie mit ihren Geheimnissen fast allein. Am liebsten würde sie im Gras verschwinden, doch das klappt nicht. Aber ihre Liebe zu Luca hilft. Die Kärntnerin Julia Jost schrieb bislang vor allem für die Bühne. In ihrem ersten Roman erzählt sie eine queere Coming of-Age-Geschichte.  

Autorin Yandé Seck sitzt auf einer Couch

Yandé Seck schreibt in "Weiße Wolken" von Zazie und Dieo, zwei Schwestern in zwei Universen. Die eine arbeitet sich an sämtlichem Unrecht unserer Gegenwart ab, die andere am bürgerlichen Familienideal; für die eine ist ihr Schwarzsein eine politische Kategorie, für die andere ihr Muttersein. Als ihr Vater, ein eigensinniger Nietzschefan, der vor mehr als vierzig Jahren aus dem Senegal nach Deutschland kam, unerwartet stirbt, gerät das mühsam kalibrierte Familiengefüge aus dem Gleichgewicht. Yandé Seck arbeitet als Psychotherapeutin und promoviert zu Mutterschaft, Migration und Psychoanalyse. 

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11.3. Mirrianne Mahn: Issa, Rowohlt Verlag, 304 Seiten, 24 Euro
12.3. Katrin Schumacher: Liste der gebliebenen Dinge, Leykam Verlag, 224 Seiten, 24,50 Euro
13.3. Kaleb Erdmann: wir sind pioniere, Verlag Park x Ullstein, 167 Seiten, 20 Euro
14.3. Julia Jost: Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht, Suhrkamp Verlag, 231 Seiten, 24 Euro
15.3. Yandé Seck: Weiße Wolken, Verlag Kiepenheuer & Witsch , 352 Seiten, 23 Euro

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