Autorin Marie-Luise Scherer (1938-2022)

Wladimir Koljenko ist ein Berliner U-Bahn-Musiker. Seine Familie ist in der kaukasischen Stadt Jessentuki geblieben, er ernährt sie von den Münzen, die ihm in zugigen U-Bahn-Tunneln zugeworfen werden. Die literarische Reportage von Marie-Luise Scherer erzählt von Migration und Globalisierung, bunt, burlesk und heute aktueller denn je. Eine Lesung mit Barbara Nüsse zum 1. Todestag der Ausnahmejournalistin.

Weitere Informationen

Alle Lesungen sind bis 25. März 2025 in der ARD Audiothek online zu hören

Ende der weiteren Informationen

Mit hingebungsvoller Einfühlsamkeit und unerschöpflichem Sprachwitz zeigt die Autorin dieses Leben im Transit und die vielfältigen Existenzen, die einem darin begegnen. Wie bei einem Akkordeon entfächert sie Seite um Seite das Schicksal ihrer rührenden Helden und führt uns so die Realität vor Augen, die uns umgibt, doch zu der wir oft nicht so genau hinschauen oder hinhören.

Marie-Luise Scherer wurde am 15. Oktober 1938 in Saarbrücken geboren und schrieb über zwanzig Jahre lang Reportagen für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so wie 1994 den Ludwig Börne-Preis, 2008 den Italo Svevo Preis und 2011 den Heinrich-Mann-Preis. Scherer starb vor einem Jahr am 17. Dezember 2022 in Damnatz. Nach ihrem Tod war in einem Nachruf von ihrer "Flaubert‘schen Hingabe an Satz und Wort" die Rede.

Parallel zur Lesung mit Barbara Nüsse ist eine Neuausgabe von "Der Akkordeonspieler“ bei der Friedenauer Presse erschienen. 

Weitere Informationen

Produktion NDR / SR / hr 2023 
Sendung: 4. - 20.12.2023 | 13 Folgen

Ende der weiteren Informationen