Vier Todesfälle und eine Hochzeit - Dmitri Schostakowitschs Oper erzählt die ungewöhnliche Geschichte einer Frau, die sich radikal aus den einengenden Verhältnissen befreit und ihre Liebe lebt, dann aber im Strudel der Gewalt selbst untergeht. An der Metropolitan Opera in New York feierten die Sopranistin Svetlana Sozdateleva, die die Titelfigur verkörpert, und die Dirigentin Keri-Lynn Wilson ihr Debüt.

Boris Ismajlow - John Relyea
Sinowij Ismajlow - Nikolai Schukoff
Katerina Ismajlowa- Svetlana Sozdateleva
Sergej - Brandon Jovanovich
Axinja - Felicia Moore
Ein zerlumptes Bäuerlein - Rodell Rosel
Zwangsarbeiterin - Marcy Stonikas
Sonetka - Maria Barakova
Lehrer - Scott Scully
Mühlenarbeiter - Jeongcheol Cha
Gefängniswächter -Richard Bernstein
Wachhabender - Philip Cokorinos
Pope - Goran Jurić
Chef der Kreispolizei - Alexey Shishlayev
Alter Zwangsarbeiter - Alexander Tsymbalyuk
Kutscher - Dustin Lucas
Polizist - Yohan Yi
Erster Arbeiter - Kurt Phinney
Zweiter Arbeiter - Patrick Miller
Dritter Arbeiter - Daniel Clark Smith
Ein betrunkener Gast - Stephen Paynter

Chor und Orchester der Metropolitan Opera
Leitung: Keri-Lynn Wilson

(Aufnahme vom 29. September 2022)

Die schöne Katerina ist umgeben von ihrem gefühlskalten Ehemann und einem tyrannischen Schwiegervater. Gleich zu Beginn der Oper lernt man sie als gelangweilte Ehefrau des Kaufmanns Ismailow kennen, die sich nach Liebe und Abwechslung sehnt. Als ihr Mann auf Reisen ist, nähert sie sich dem attraktiven Arbeiter Sergej, doch der Schwiegervater geht brutal dazwischen und schickt Katerina ins Haus. Als sie ihm am Abend das Essen bringt, mischt sie Rattengift darunter - der Weg für das erotische Verhältnis mit Sergej ist frei.

Später wird auch noch der Ehemann gemordet, doch das Verbrechen wird entdeckt und der Traum vom gemeinsamen Leben Katerinas und Sergejs zerbricht. Auf dem Weg ins Straflager muss Katerina feststellen, dass sich Sergej inzwischen nur noch für die jüngere Sonjetka interessiert. Auch die Nebenbuhlerin muss ihr Leben lassen und Katerina richtet sich selbst.

Der Mörderin gilt die Sympathie des 26-jährigen Komponisten, mit einer Musik von großer Vitalität bringt er das Recht auf die eigene Lust und die rücksichtslos durchgesetzte Freiheit zum Ausdruck. Doch seine "Lady Macbeth von Mzensk" wurde auch für Dmitri Schostakowitsch zum Schicksalswerk, der große Erfolg wurde jäh beendet, als Stalin sein Missfallen äußerte.

Die MET zeigt Schostakowitschs Oper in der Regie von Graham Vick, der die Handlung in die prüden 1950er Jahre verlegt. Die kanadische Dirigentin Keri-Lynn Wilson, die im letzten Jahr mit der Leitung des "Ukrainian Freedom Orchestra" für Aufsehen sorgte, erhielt großes Lob für ihr MET-Debüt. Die zweite Debütantin Svetlana Sozdateleva fiel durch die geschickte Nutzung der vielen Stimmfärbungen auf, an ihrer Seite glänzte der virile Tenor Brandon Jovanovich als Sergej.

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 25.02.2023, 19:04 Uhr.