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Die beste aller Chauffeusen

Dass Japaner ein anderes Zeitempfinden haben müssen, bestätigt sich wieder einmal am Film "Drive my car": Der Vorspann kommt nach 40 Minuten, bis zum Ende dauert es knapp drei Stunden. Und obwohl kaum etwas passiert, wird man keinesfalls unterfordert. Das garantiert schon die Vorlage, eine Kurzgeschichte von Haruki Murakami.

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Eine balsamische Stimme

Die Oper Frankfurt bewirbt den Liederabend von Gordon Bintner mit den Worten, er habe eine "balsamische" Stimme. "Weich, biegsam, beweglich, abgestuft, beherrscht", so beschreibt hr2-Kritiker Andreas Bomba die Stimme des kanadischen Bassbaritons. Bintner sang deutsche, französische und englische Lieder.

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Der weite Weg in die Wolke

"Von der Lochkarte zur Cloud" heißt eine Online-Ausstellung des Museums für Kommunikation in Frankfurt über die Geschichte digitaler Speichermedien. Sie setzt bereits mit dem 18. Jahrhundert ein, als Lochkarten Webstühle steuerten. Doch bevor private Nutzer digitale Speicher verwenden konnten, vergingen zwei Jahrhunderte.

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Bellini mit Wums

Der Sultan will eine Christin heiraten, was den Hof nicht amüsiert. Mit "Zaira" von Vincenzo Bellini hat das Stadttheater Gießen wieder eine Opernrarität ausgegraben. Und um corona-bedingt den Orchestergraben nicht zu überfüllen, setzt es zwei Instrumente ein, die Bellini nicht vorgesehen hat: Klavier und Harmonium.

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Jane Campion dreht einen Kuhjungen-Film

1993 gewann die Regisseurin Jane Campion bei den Filmfestspielen in Cannes als erste Frau eine Goldene Palme. Im Kino haben wir seit zwölf Jahren nichts mehr von ihr gesehen, und jetzt hat sie mit "The Power of the Dog" ausgerechnet einen Western gedreht.

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Peterchens und Annelieses Mondfahrt

Maikäfer Sumsemann reist gemeinsam mit Anneliese und Peterchen auf den Mond, um ein Beinchen seines Großvaters zu retten. "Peterchens Mondfahrt" - 1915 veröffentlicht - ist bis heute ein Klassiker geblieben. Das Papageno-Musiktheater führt ihn in der Alten Oper Frankfurt auf.

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Rahel Varnhagen kommt nicht zu Wort

Hannah Arendt hat in Marburg studiert. Ihre beste Freundin ist da schon 100 Jahre tot: Rahel Varnhagen. Bei der Lektüre ihrer Briefe lernt Arendt, was es heißt, eine deutsche Jüdin zu sein. Das Hessische Landestheater Marburg erinnert daran in "Hannah! Das Erwachen eines politischen Bewusstseins".

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Nur mit geschlossenen Augen genießbar

Als sich der Vorhang zu Jules Massenets Oper "Werther" am Staatstheater Wiesbaden hob, rieb sich hr2-Kritiker Andreas Bomba die Augen: Die Bühne war kahl, die Kostüme uninspiriert, das Personal reduziert auf vier Figuren. Der einzige Trost war eine ordentliche sängerische Leistung.

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Schostakowitsch in Dur und Moll

Als Dmitri Schostakowitsch Anfang der 1950er Jahre 24 Präludien und Fugen schrieb, rümpften die Vertreter der Neuen Musik die Nase: Das sei Neobarock. Gespielt von Igor Levit in der Alten Oper Frankfurt entfaltet das Werk jedoch einen Zauber, der zweieinhalb Stunden anhält.

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Das Internet kommt ins Kloster

Bhutan gilt als das glücklichste Land der Welt. In seinem Dokumentarfilm "Sing me a song" zeigt Thomas Balmès wie das Internet mit all seinen Verlockungen in das Leben eines Mönchs eindringt. Der Mönch verliebt sich über Smartphone in eine junge Sängerin.

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Eine Stadt macht mit

"Dem Führer entgegen arbeiten" - auf diese Formel hat der Historiker Ian Kershaw das Verhältnis der meisten Deutschen zu Hitler im Nationalsozialismus gebracht. Das bestätigt sich auch am Beispiel Frankfurts wie das Historische Museum in seiner Ausstellung "Frankfurt und der NS" zeigt.

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Heute schon geweint?

Das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt will sein Publikum zum Weinen bringen. Mit der Performance "How to cry" lädt dort das Kollektiv "&sistig" zum Schluchzen ein. Vor allem weißen, alten Männern täte ein gelegentlicher Gefühlsausbruch ganz gut, so seine These.

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So muss Mozart klingen!

Mozart hat für das Hammerklavier komponiert. Das geht einem erst richtig auf, wenn man Mozart-Sonaten mal nicht auf dem Konzertflügel, sondern von einem Meister wie Kristian Bezuidenhout auf dem Hammerflügel hört. Die Alte Oper Frankfurt feierte damit am Sonntag den 230. Todestag Mozarts.

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Russische Weihnachten

Nikolai Rimski-Korsakows Oper "Die Nacht vor Weihnachten" wird selten gespielt in Deutschland. Die Oper Frankfurt bringt diese Rarität nun auf die Bühne, und siehe da: Rimski-Korsakow ist ein Meister der Instrumentierung.

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Machtkampf hinter Klostermauern

Regisseur Paul Verhoeven arbeitet sich gerne an der katholischen Kirche ab, so auch in seinem neuen Film "Benedetta". Im 17. Jahrhundert wehrt sich eine Nonne gegen den herrschenden Machtmissbrauch, indem sie Stigmata entwickelt und den Ruf einer Heiligen entwickelt.

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In den blinden Flecken unserer Erinnerung

Man muss schon sehr nah rangehen im Museum Wiesbaden an die Zeichnungen von Slawomir Elsner, um zu erkennen, dass das keine Fotos sind. Strich um Strich hat Elsner mit dem Buntstift nebeneinandergesetzt. So entstehen Motive, von denen man glaubt, sie schon einmal gesehen zu haben.