Frühlingsmusik zum Lebensherbst: Das bot das Dänische Nationale Sinfonieorchester im vergangenen Oktober in Kopenhagen - denn das Radio-Orchester hatte unter anderem das Stück "D’un matin de printemps" also "Von einem Frühlingsmorgen" von Lili Boulanger mitgebracht, das kurz vor ihrem Tod 1918 entstand.

Vadym Kholodenko, Klavier
Dänisches Nationales Sinfonieorchester
Leitung: Marta Gardolińska

Lili Boulanger: D'un matin de printemps
Rachmaninow: 2. Klavierkonzert c-Moll op. 18
Dvořák: 7. Sinfonie d-Moll op. 70

(Konzert vom 6. Oktober 2022 im DR Koncerthuset)

Marta Gardolinska

Zu Gast beim dänischen Radio-Sinfonieorchester war die polnische Dirigentin Marta Gardolińska, die inzwischen Musikdirektorin der Opera national de Lorraine ist und gerade zur Ersten Gastdirigentin des Orquestra Simfònica de Barcelona ernannt wurde. Vorbereitet hatte sie neben Lili Boulangers Frühlings-Stück die siebte Sinfonie von Antonín Dvořák und das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow, für das sich der Ukrainer Vadym Kholodenko an den Konzertflügel setzte.

Mit seinem zweiten Klavierkonzert befreite sich Rachmaninow im Jahr 1900 aus einer Schreibblockade. Geplagt von Selbstzweifeln und Depressionen hatte er in einer Hypnose-Therapie bei einem Neurologen Hilfe gesucht, dem er das Werk dann schließlich auch dankbar widmete. Dvořáks Siebte wiederum strotzt vor kämpferischem Selbstbewusstsein und wurde 1885 darum auch frenetisch gefeiert - nicht zuletzt in seiner böhmischen Heimat, wo sie als eine Art National-Sinfonie galt.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 06.02.2023, 20:04 Uhr.